Güllefassgemeinschaft - wie kann es weiter gehen?

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

erstmal vielen Dank dass Sie sich dem Problem annehmen und die Sorgen und Probleme an richtiger Stelle anbringen. Ich persönlich bin sehr skeptisch was die Ausbringung von Gülle mit Schleppschlauch betrifft. Es mag auch für manche Betriebe eine gute Lösung sein, aber für meinen Betrieb (auch für einen großteil der kleinbäuerlichen Landwirte) sehe ich nur Nachteile.

Ich habe eine kleine Biogasanlage (100 KW elektrisch) ohne Tierhaltung, daher habe ich nicht das Problem mit schlechterer Futteraufnahme und Güllewürsten. Dennoch sehe ich viele Nachteile für mich:

In meiner Bewirtschaftung befindet sich ein hoher Anteil an anmoorigen Böden. Ich bin in einer Güllegemeinschaft mit zwei weiteren Landwirten und wir haben ein Güllefass mit 12500 Ltr Fassungsvermögen und einem Möscha Verteiler. Mit dieser größe und dem Gewicht komme ich sehr gut zurecht und kann bei passender Witterung meine Flächen düngen. Wir hätten jetzt die Möglichkeit unser bestehendes Güllefass mit einem Schleppschlauchverteiler aufzurüsten, dies hätte zur Folge dass das Güllefass erheblich schwerer werden würde. Daraus ergeben sich zwei schwerwiegende Folgen. Zum ersten überschreiten wir das zulässige Gesamtgewicht bei vollständiger Befüllung, zum zweiten verursache ich unvermeidbar große Schäden an der Bodenstruktur meiner Flächen. Die andere Möglichkeit wäre ein im Volumen kleineres Güllefass zu kaufen (was ja keine unerheblichen Kosten sind), und so auf ein verhältnismäßig gleiches Einsatzgewicht zu kommen. Dann stehen wir aber vor einem anderen Problem. Die Schlagkraft sinkt, und so auch die Möglichkeit, die Gülle/Gärrest zum idealsten Zeitpunkt auszubringen (z.B. bei einsetzenden Nieselregen oder früh morgens oder spät abends). Desweiteren sehe ich mit sinkender Schlagkraft ein weiteres Problem. Derzeit kommen wir zu Dritt recht gut zurecht, dass aber eben an dieser hohen Schlagkraft liegt. Sollen wir wieder dahin kommen dass jeder sein eigenes Güllefass haben muss? Dass Betriebskosten unweigerlich steigen? Dass wir für die selbe Arbeit länger brauchen (Dieselverbrauch!)? Wo ist da der Umweltschutz???

Davon abgesehen bin ich der Meinung, dass der Möscha Verteiler zum richtigen Zeitpunkt der Witterung eingesetzt, keine größeren Verluste verursacht als jeder Schleppschlauchverteiler!

Keiner von uns hatte Einfluss auf die Versuche die durchgeführt wurden. Wenn ich heute bei 30 Grad strahlender Sonnenschein in der Mittagshitze meine Wiesen gülle, kann ich auch problemlos bestätigen dass ich mit Schleppschlauch weniger Verluste habe als mit einem Breitverteiler. Wenn ich Hersteller von Schleppschlauchverteiler wäre, würde ich so meine Versuche aufbauen! Bitte mal darüber nachdenken und nicht alles glauben was einem gesagt oder vorgelegt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Kronast Rupert

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