Nährstoffbilanz Bayern - gab es Probleme?

Bei der Nährstoffbilanzierung zum 31.03. gab es offensichtlich eine Reihe größerer Probleme. Der errechnete  Grobfutterbedarf der Tiere war gegenüber dem Ertrag zu niedrig. Obwohl die Tiere den gesamten Grobfutterertrag gefressen haben. Das Berechnungsmodell ist in der Praxis nicht nachvollziehbar. Nur durch die unrealistische Absenkung der Erträge, konnte die Plausibilisierung durchgeführt werden.


Bei mir als Bio Heumilchbetrieb mit hohem Anteil an Kleegras und Ackerfutter ist dies auch der Fall gewesen. Ich habe mich inzwischen hilfesuchend an die LfL gewand, die sich darum kümmern will. Ein Betrieb aus Oberbayern schilderte mir heute früh ähnliches. Ihm ist aufgefallen, dass die Anrechnung in der Futterration nicht schlüssig ist. 

 

Falls jemand ähnliche Erfahrungen machte, bitte kurze Info. Eigentlich wollten wir uns als IG gesunde Gülle ausschließlich mit dem Problem der bodennahen Gülleausbringung beschäftigen. Je tiefer wir aber an der ein oder anderen Stelle bohren, kommen völlig neue Fragen zum Vorschein. Wenn wir als Bauern seit Jahrhunderten unsere Felder bewirtschaften, Nahrungsmittel erzeugen und unsere tägliche Arbeit auf dem Hof und im Stall nachgehen, verfügen wir über die notwendige Fachkompetenz. Diese ist uns nicht abzusprechen! Inzwischen haben wir Regelwerke, Verordnungen und Auflagen, die unser praktisches Wissen und das unserer Vorfahren komplett in Frage stellt. Die DÜV ist vielleicht nur der Tropfen, der das Fass gerade zum überlaufen bringt. 

Unsere Politiker müssen zur Kenntnis nehmen, dass - WIR BAUERN - mit unseren Erfahrungen und der besten Ausbildung  an den Verhandlungstisch gehören. Dass Fachkompetenz und Erfahrung nicht durch praxisferne Wissenschaft zu ersetzen ist. Vieles ist in letzter Zeit nicht gut für die Landwirtschaft gelaufen. Es rechtfertigt noch lange nicht, dass wir Bauern nur noch die Prügelknaben und Verursacher sind, die man mit immer mehr Auflagen beschäftigt. Wir schlagen uns Nächte und Sonntage um die Ohren, damit wir eine theoretische Nährstoffbilanz erstellen. Im Grunde ist es eine Bilanzfälschung. Es muss lange an Stellschrauben gedreht werden, bis es auf dem Papier passt. Wer soll das verstehen? Wie wollen wir dem Verbraucher das Vertrauen zurückgeben? Wäre es nicht mal an der Zeit, dass wir mineralischen Dünger drastisch reduzieren und dafür unsere organischen Nährstoffe (Gülle / Mist) wesentlich besser aufbereiten und zielorientiert einsetzen? Damit der organische Dünger besser und länger im Boden gebunden bleibt als wasserlösliche synthetische Düngemittel. Diese verursachen wesentlich das Nitratproblem. 

 

Auch wir sind Bürger dieses Landes und Teil des gesellschaftlichen Lebens. Daher brauchen wir Regelungen im Umgang mit der Natur, die unser aller Lebensgrundlage ist. 

Lasst uns beginnen, die Düngeverordnung einmal aus fachlicher Sicht neu und nachhaltig, inklusiv der erforderlichen Einhaltung der Zielvorgaben aus der EU - auf vernünftige Beine stellen. 

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