Nitrat im Grundwasser - die DÜV und Ihre Folgen

Wir werden aktuell als Sündenböcke hingestellt. Die EU fordert drastische Nachbesserungen in der DÜV. Aktuell geht es um eine Reduktion von 20 kg / N je ha, was die Bauern auf die Palme bringt. In Münster war großer Protest und die Politik muss dringend was bewegen. Auf der einen Seite ist die EU mit klaren Forderungen da - auf der anderen Seite hat der Bauer durch die DÜV genug Probleme. Ich will bewusst nicht auf die Details eingehen, da es ein hoch emotionales Thema ist.

Ich möchte aber etwas in Erinnerung bringen:
Auf dem Spitalhof in Kempten wurden Langzeitversuche unternommen. Dabei wurden Güllegaben von 480 kg N / ha aufgebracht, die nur ein einiges mal den Grenzwert von 50 mg überschritten hatte. Hingegen kleinste Gaben mit mineralischem Dünger hatte die Grenzwerte des Nitrat um bis zu dem 10-fachen Grenzwert überschritten. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Nährstoffe des mineralischen Düngers ausgewaschen werden und das Grundwasser belasten. Auch wir Bauern sind Verbraucher und uns darf das Thema nicht unwichtig sein.

 

Im Grunde werden wir Bauern mit diesem "Mineraldünger" Jahr für Jahr betrogen. Denn die Pflanze zieht zwar die Nährstoffe heraus, aber keiner von uns weiß wirklich, wieviel die einzelne Kultur in Abhängigkeit des Wachstumsstatus, der Bodengüte, der Witterungs- und Regenaktivitäten in dem Moment wirklich benötigt. Jedes Gramm an Nährstoffe des "Kunstdüngers" (über das Wort regen sich manche auf - es ist aber ein KUNSTDÜNGER!!!)  welches in untere Bodenschichten gelangt und nicht von der Pflanze aufgenommen werden konnte, ist von uns Bauern bezahlt, aber ohne Gegenleistung. Das sollte uns mal zu denken geben. Im Grunde betrügt uns der Mineraldünger. Den Mineraldünger hab ich für seine Leistung zur Nährstoffversorgung vollumfänglich bezahlt - er haut aber ab, bevor er seine Nährstoffe vollumfänglich den Pflanzen zur Verfügung stellte.

Als ob ich einen Mitarbeiter anstelle, seinen Lohn und seine Abgaben entrichte, dieser aber nach kurzer Arbeit sich einfach vom Acker macht.


Wenn wir organischen Dünger in Form von Mist oder Gülle soweit optimieren können, dass dieser Mikroorganismen effektiv arbeiten und sich aktiv an Ton-Humus-Komplex binden, dann haben wir ein langanhaltendes Düngedepot in unserem Boden. Im Prinzip ist es eine Ad libitum Trinkbar für unsere Mikroorganismen die sich ständig bedienen können. Ohne dass wir Nährstoffe in unerreichbare Tiefen für die Wurzeln verlieren, die ihre Leistung nicht erbracht haben.  

 

Macht euch mal selber bitte Gedanken zu diesem Thema. Unten sind zwei Bilder - ein Auszug aus dem Spitalhofheft 2002 zum Thema Nitratauswaschung. Das ganze Heft könnt Ihr auch HIER für euch runterladen.

 

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